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Die gesundheitlichen Vorzüge des Lachens
Ein ausführlicher Text (Teil 2)
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Der Therapeut und Autor Michel Titze („Die heilende Kraft des Lachens“) hat insbesondere die Auswirkungen des Lachens auf die Atmung und die Muskeln untersucht:
„Aufgrund der intensiven Lachatmung wird die Lunge mit reichlich Sauerstoff versorgt. Dadurch ergibt sich einerseits ein kathartischer, also reinigender Effekt für die Inhaltsstoffe des Blutes.
[...]Im Lachen werden auch die Brustmuskeln aktiviert, was die Voraussetzung für einen erhöhten Gasaustausch in der Lunge schafft. Der Hauptmuskel für das Einatmen ist das Zwerchfell. Dieses wird beim Lachen stark aktiviert, so dass die Atemkapazität bedeutend erhöht wird.
[...] So erhöht sich der Herzrhythmus zunächst, um später dauerhaft abzusinken, die Muskulatur der Arterien entspannt sich, so dass das Gefäßvolumen erhöht wird. Damit verringert sich der arterielle Druck. Ebenso öffnen sich die Bronchien weiter, so dass die Durchlüftung der Lungen gefördert wird.
[...]Die Atmung ist im wesentlichen eine Funktion der Muskulatur des Brustkorbs. Die Muskeln, die für das Ausatmen verantwortlich sind, liegen zwischen den Rippenbögen. Sie werden beim Lachen ebenfalls aktiviert, wodurch die Lungenelastizität gefördert wird.
[...]Im Lachen wird außerdem die Lungenfunktion konvulsivisch gesteigert, wobei die Einatmung vertieft und verlängert wird, während die Atmungsphase kurz ist. Dabei wird beinahe das gesamte Luftvolumen der Lunge stoßweise herausgepresst, was den Kehlkopfbereich mit einbezieht, so dass die Stimmbänder aktiviert werden. Dadurch entstehen die typischen stakkatoartigen Lachlaute. Die intensive Lachatmung regt den Gasaustausch in der Lunge deutlich an. Das wiederum führt zu einer Sauerstoffanreicherung im Blut. Dies ist für die Verbrennungsvorgänge im Körper von großer Bedeutung, da dadurch der Stoffwechsel der biologischen Fette entscheidend gefördert wird. Ein Abfallprodukt dieses Verbrennungsvorgangs ist die Kohlensäure, die bei der Lachatmung konsequent ausgestoßen wird. Denn die Vorratsluft in den Lungen wird fast vollständig entleert.
[...](Es wird geschätzt,) ... dass der Wert des Gasaustausches während des Lachens das Drei- oder Vierfache desjenigen im Ruhezustand erreicht.“
Titze, M: Die heilende Kraft des Lachens, München, Kösel


Ein Experiment zur Schmerzempfindlichkeit führte der Lachforscher Paul McGhee durch. Die Testpersonen mussten die Hand in eiskaltes Wasser tauchen, was ab einem gewissen Punkt sehr weh tut. McGhee maß diese Schmerzgrenze und stellte fest, dass sie sich nach oben verschiebt, wenn die Versuchspersonen gleichzeitig ein lustiges Video betrachten.
McGhee, P.: The Laughter Remedy, Selbstverlag, 1991

Zum Schluss sei noch der Fall des Wirtschaftsjournalisten Norman Cousins erwähnt. Der Amerikaner litt an Spondylarthritis, einer sehr schmerzhaften Erkrankung der Gelenke und der Wirbelsäule. Per Zufall merkte er, dass nach andauerndem Lachen seine Schmerzen nachließen oder er für Stunden sogar völlig schmerzfrei war. Begleitend zu den Maßnahmen der Ärzteschaft therapierte er sich daraufhin selbst mit lustigen Filmen und Büchern, wodurch er die Krankheit zu großen Teilen in den Griff bekam. Die Gelotologen (Lachforscher) haben dafür mittlerweile eine Erklärung gefunden: Beim Lachen werden bestimmte körpereigene Hormone, die sog. Katecholamine Adrenalin und Noradrenalin, in den Blutkreislauf ausgeschüttet. Sie können eine wirksame Entzündungshemmung hervorrufen.
Cousins, der aufgrund seiner eigenen Erfahrungen zu einem Forscher der Wechselwirkungen zwischen Seele, Geist und Körper wurde, fasste seine Gedanken später folgendermaßen zusammen: „Die besten Ärzte sind nicht nur außergewöhnliche Diagnostiker, sondern Menschen, die die phänomenale Energie (und daher die heilende Tendenz) verstehen, die aus der Fähigkeit eines Individuums erwächst, sich eine optimistische Haltung in Bezug auf alle menschlichen Probleme zu erhalten. Es ist eine Perversion des Rationalismus zu argumentieren, dass Worte wie Hoffnung, Glaube, Liebe, Schönheit - oder Lachen - ohne physiologische Bedeutung wären. Die wohltuenden Emotionen sind nicht nur notwendig, weil sie gefallen, sondern weil sie eine regenerative Kraft in sich tragen.
Cousins, N.: Der Arzt in uns selbst, Rowohlt 1981